Verein Sicheres Liechtenstein

Juni 2018  

Gastvortrag „Verein Sicheres Liechtenstein“, Grossabünt

Unter dem Motto „Bereit für den Sommer? Gefahrlos baden und sicher schwimmen!“ wurden wir und weitere Experten vom VSL zur öffentlichen Vortragsveranstaltung am Badesee Grossabünt eingeladen, mit dem Ziel, die Bevölkerung zu informieren, wie man sich vor potenziellen Gefahren des Wassers und der Sonne richtig schützt.

Im Anschluss an die Vorträge konnten wir in einem kleinen Team unsere neue Bekleidung vorstellen und unser Einsatzfahrzeug und alle uns zur Verfügung stehenden Hilfsmittel präsentieren.

Vielen Dank ans Helferteam!


Volksblatt, 30. Juni 2018

Bereit für den Sommer? Gefahrlos baden und sicher schwimmen!

Vorsicht Die Ferien stehen vor der Tür – die Sonne lacht und unsere Gewässer und Schwimmbäder laden zum Sonnenbaden oder Sprung ins kühle Nass ein. Der Aufenthalt am und im Wasser ist aber nicht gefahrlos.

Die Risiken werden – auch von Eltern – oftmals unterschätzt. Leider ist es eine tragische Tatsache, dass ein Drittel der Unfälle Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre erleiden und in der Schweiz durchschnittlich fünf Kinder unter 15 Jahren pro Jahr ertrinken. Mit dem Ziel, die Bevölkerung zu sensibilisieren, lud der Verein Sicheres Liechtenstein (VSL) am 28. Juni zu einer Informationsveranstaltung. Experten erläuterten, wie man sich vor potenziellen Gefahren des Wassers und der Sonne richtig schützt und wie man sich im Ernstfall verhalten soll.
Kinder ertrinken lautlos
«Ertrinken ist nach Verkehrsunfällen bei Kindern die zweithäufigste Todesursache», erklärte Marisa Hasler, Wasserbotschafterin der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) und Bademeisterin aus Balzers. Daher ist sie seit Jahren engagiert, Eltern und Kinder aufzuklären, um Unfälle zu verhindern. Denn sie ist überzeugt, dass 85 Prozent der Ertrinkungsunfälle durch richtige Aufsicht, Schwimmtraining und Wissensvermittlung über die Gefahren vermeidbar wären. Denn Ertrinken ist keine Frage der Wassertiefe: Kinder können auch im Planschbecken, im Gartenteich, in der Badewanne und sogar in einer Regentonne ertrinken. Diese sollten daher stets abgedeckt oder geleert werden. Sie empfiehlt: «Wenn ein Kind vermisst wird, immer zuerst am Wasser suchen – jede Sekunde zählt … Denn Kinder ertrinken anders als Erwachsene, sie rufen nicht nach Hilfe oder fuchteln mit den Armen, daher bemerkt man oftmals gar nicht, dass das Kind gerade ertrinkt.» Erschreckende Tatsache: Bei der Hälfte der ertrinkenden Kinder steht ein Elternteil bzw. die Aufsichtsperson nicht weiter als 20 Meter entfernt. Bei 10 Prozent stehen sie sogar direkt daneben.
Der Bademeister kann nicht über jeden einzelnen Badegast wachen!
«Viele denken, dass in Bädern der Bademeister schon auf die Kinder aufpasst. Das ist falsch! Wir können nicht über jedes einzelne Kind wachen», erklärt Hasler. Daher müsse – wenn mehrere Erwachsene mit einem Kind baden gehen – im Vorfeld klar abgemacht werden, wer die Aufsichtspflicht hat. Niemals dürfe man auch Kindern die Aufsicht über ein anderes, kleineres Kind übertragen, denn Kinder sind nicht in der Lage, diese Verantwortung zu übernehmen. Generell liessen sich 80 bis 90 Prozent aller tödlichen Unfälle im Wasser verhindern, wenn man die Baderegeln der SLRG, die an fast jedem Badeort aushängen, beherzigt. Unsere Gewässer sind schön für das Auge und laden zum Baden ein. Jedoch muss man sich auch hier der Gefahren bewusst sein. «Im Rhein darf – neben Kiesbanken und Brückenpfeilern – auch das viele Treibholz, das vielfach an der Oberfläche unsichtbar ist, nicht unterschätzt werden», erklärt Birgit Forrer, Präsidentin der Wasserrettung Liechtenstein. «Auch der Binnenkanal ist nur vermeintlich ein eher ruhiges Gewässer. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass er an gewissen Stellen sehr gefährlich werden kann.» Daher appelliert sie an das Publikum, auf gar keinen Fall zu versuchen, ohne professionelle Hilfe Personen oder Tiere aus dem Rhein zu retten, um sich selbst nicht zu gefährden. In ihrem Vortrag stellte Birgit Forrer ebenfalls ihre Organisation vor und demonstrierte mit ihrem Team vor Ort, wie Bergungsmassnahmen durchgeführt werden.
Sonnenschutz ist unverzichtbar
Die Haut benötigt Sonne, damit sie Vitamin D bilden kann und deshalb ist ein gewisser Sonnenkontakt empfehlenswert. Die UV-Strahlen bergen aber auch Gefahren, selbst ein milder Sonnenbrand muss unbedingt vermieden werden. Je nach Hauttyp sollte man sich vorsichtig an die Sonne gewöhnen, also die Mittagssonne meiden und entsprechende Kleidung tragen, wie dunkle, dichte Gewebe, Mütze oder Nackenschutz oder Kleidung mit geprüftem UVSchutz sowie eine gute Sonnenbrille. Vor allem Kinder sollten so geschützt werden, aber auch Menschen, die beruflich viel in der Sonne sind. Welchen Sonnenschutzfaktor man bei Sonnencremes benötigt, hängt im Wesentlichen vom Hauttyp und von der Sonneneinstrahlung ab. «Wählen Sie bei Kindern und im Zweifel lieber einen höheren Schutz und bleiben Sie nicht so lange in der Sonne», empfiehlt die Hautärztin Fabiola Kind. Ebenfalls rät sie, sich rechtzeitig einzucremen – am besten bereits bevor man nach draussen geht. Gerade beim Schwimmen ist es wichtig, wasserfesten Sonnenschutz zu benutzen und regelmässig nach zu cremen. «Seien Sie auch grosszügig mit der Sonnencreme, nur dann ist der auf der Verpackung angegebene Sonnenschutzfaktor sichergestellt», erklärte die Hautärztin. Doch was bedeutet der Sonnenschutzfaktor überhaupt? Bei einem hellen Hauttyp beträgt die Eigenschutzzeit der Haut rund 10 Minuten. Mit einer Sonnencreme mit Schutzfaktor 15 kann diese um den angegebenen Faktor verlängert werden – das heisst also: 10 Minuten x 15 (LSF) = 150 Minuten. Rein rechnerisch ist die Haut – bei richtiger Dosierung des Sonnenschutzes – demnach 150 Minuten oder zweieinhalb Stunden vor einem Sonnenbrand geschützt. «Und bitte bedenken Sie auch, dass wir uns nicht nur im Sommer und bei Sonnenschein vor UV-Strahlung schützen müssen, sondern bei jedem Aufenthalt im Freien», appellierte sie an die Zuhörer.  (eps)

So beugen Sie Gefahren vor

  • Halten Sie sich stets an die Baderegeln.
  • Lassen Sie Kinder nie (!) unbeaufsichtigt am Wasser.
  • Kein Alkohol oder Drogen am Wasser.
  • Schwimmkurse steigern die Sicherheit und das Selbstvertrauen.
  • Gehen Sie immer in Begleitung baden, dadurch ist im Notfall schnelle Hilfe garantiert.
  • Speichern Sie Notfallnummern im Mobiltelefon.
  • Achten Sie auf den richtigen Sonnenschutz.

Vaterland, 29. Juni 2018
Julia Kaufmann – jkaufmann@medienhaus.li

Sicher und geschützt in den Sommer starten

Sensibilisierung
Die Sommerferien stehen vor der Tür, das Wetter soll in den kommenden Wochen hervorragend sein. Ein Sprung ins kühle Nass ist dann genau das Richtige. Doch aufgepasst, der Ausflug zum See oder ins Schwimmbad ist bei Unwissenheit gefährlich.

Was gibt es Besseres, als eine erfrischende Abkühlung bei den bevorstehenden heissen Temperaturen? Dieser Meinung sind wohl viele, die den Sommerferien entgegen fiebern. In den kommenden Tagen und Wochen werden Badeseen und Schwimmbäder von Sonnenanbetern und leidenschaftlichen Schwimmern überrannt. Doch der idyllische und wohltuende Ausflug kann gefährlich sein, wenn gewisse Verhaltens- und Schutzregeln nicht im Hinterkopf gespeichert sind.

Aus diesem Grund veranstaltete der «Verein Sicheres Liechtenstein» gestern am Badesee Grossabünt einen Informationsanlass. Das Ziel: Die Bevölkerung über potenzielle Gefahren beim Baden und Schwimmen sowie über das richtige Verhalten im Ernstfall zu sensibilisieren.

Kinder ertrinken, ohne dass es bemerkt wird

«Ertrinken ist nach Verkehrsunfällen die zweithäufigste bedingte Todesursache bei  Kindern», beginnt Marisa Hasler, Bademeisterin Balzers und Wasserbotschafterin der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft. Mit dieser Aussage hatte sie bereits die Aufmerksamkeit der Zuhörer für sich gewinnen können. Denn die erstaunten Gesichter liessen erahnen, dass das den Wenigsten bewusst war. Darüber ist sich auch Hasler im Klaren, deshalb war es ihr ein grosses Anliegen, Eltern über den Vorgang des Ertrinkens zu informieren und aufzuzeigen, wie eine solche Situation überhaupt zustande kommen kann.
«Ertrinken ist keine Frage der Wassertiefe, daher wird die Gefahr oft unterschätzt. Ausserdem ertrinken Kinder lautlos. Aufgrund ihrer Schockreaktion schliesst sich dieStimmritze, damit kein Wasser in die Lunge kommt. Es kann aber auch kein Hilfeschrei entweichen», sagte die Bademeisterin. Ausserdem wird durch diesen Selbstschutz des Körpers der Bewegungsapparat gelähmt – oft fällt den Erwachsenen nicht auf, dass etwas nicht stimmt. Aus diesem Grund dürfen Eltern oder Aufsichtspersonen ihre Kinder in der Nähe des Wassers nie aus den Augen verlieren. Laut Hasler muss zudem vor dem Besuch des Badesees oder Schwimmbads festgelegt werden, welcher Erwachsene die Aufsicht übernimmt. Falls diese und weitere fünf Baderegeln, wie sie an den meisten Badeorten ausgeschildert sind, Beachtung fänden, wären zwischen 80 und 90 Prozent der tödlichen Wasserunfälle zu vermeiden.

 

Ebenfalls zum Thema Wasser referierte Birgit Forrer, Präsidentin Wasserrettung Liechtenstein. Ihr war es ein Anliegen, die Aufgaben der Organisation zu erläutern und das Team vorzustellen.
«Wir werden dann gerufen, wenn Personen gesucht oder geborgen warden müssen, wenn eine Suche nach Gegenständen, Tatwerkzeugen oder Diebesgut notwendig ist oder wenn Tiere und Fahrzeuge im Alpenrhein und in Binnengewässern zu bergen sind», so Forrer. Ausserdem stellt die Wasserrettung ein Sicherheitsdispositiv bei Veranstaltungen rund um das Wasser bereit.

Die richtige Sonnencreme schützt vor Hautkrebs

Nicht nur Wasser birgt potenzielle Gefahren, auch die Sonne darf nicht unterschätzt werden. UV Strahlen schädigen die Haut und sind für die Hautalterung zuständig. «Obwohl sich die Haut zu einem gewissen Grad selbst vor diesen Strahlen zu schützen weiss, ist die Nutzung von Sonnenschutz unumgänglich», erklärte die Hautärztin Fabiola Kind. Diese gibt es sowohl im Supermarkt als auch in der Drogerie mittlerweile in vielen Variationen und von unterschiedlichsten Marken. Laut der Expertin gebe es nicht die eine Sonnencreme. Das hänge vom Wohlbefinden des Trägers ab. «Wenn einem das Tragen der Sonnencreme nicht unangenehm ist, wird sie viel öfter verwendet»,sagte Kind. Entscheidend ist lediglich, auf den für den eigenen Hauttyp richtigen Faktor zu achten. Dieser ist auf jeder Sonnencremetube mittels einer Zahl versehen. Doch was bedeutet der Faktor überhaupt? «Er gibt an, um welche Zahl die Eigenschutzzeit verlängert warden kann. Als Beispiel: Ein heller Hauttyp hat eine Eigenschutzzeit des Faktors 10. Wenn dann Sonnencreme vom Faktor 25 aufgetragen wird, verlängert sich die Eigenschutzzeit auf 250», erklärte die Hautärztin. Dabei kommt es zusätzlich aber auch auf die Menge der aufgetragenen Creme an. Es gilt: Lieber etwas zuviel als zuwenig auftragen.

 

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